Fast ein Jahr ohne Studio

Fast ein Jahr ohne Studio… und wie es sich anfühlt

Immer wieder mal war ich seit Juni letzten Jahres mitfühlenden, ja geradezu mitleidigen Blicken ausgesetzt und nicht zuletzt: „Naja… lief wahrscheinlich nicht so gut, oder?“. Gut, das ist natürlich der naheliegende Grund ein Fotostudio aufzugeben. Aber eben nicht der Einzige. Also doch, es lief gut. Mir lag zum damaligen Zeitpunkt auch noch keine Gewissheit darüber vor, wie es mit meiner Arbeit beim BR weitergehen würde. Mir war nur klar, dass die Arbeiten, für die ich ein Studio zwingend benötige, auch nicht mehr 100% erfüllen. Wäre es nicht gut gelaufen, hätte ich die professionelle Fotografie einfach an den Nagel gehängt, spätestens als ich die Möglichkeit hatte in Vollzeit für den Bayerischen Rundfunk zu arbeiten.

Mein Weg

Ich hatte meinen Weg gefunden und er hat mich da hin geführt, wo ich immer hin wollte: Kinder- und Familienfotografie und das möglichst natürlich. Also keine gefakten Hintergründe, keine Blümchen, keine Rüschchen. Einfach nur das Kind im Mittelpunkt. So wie es ist. Und wie ein Kind eben sein sollte. Und das am Besten draußen in der Natur, egal ob Sonne oder Schnee – einfach unverfälschte Kindheit. Das wollte ich vom ersten Tag an machen und unterwegs habe ich einfach noch andere Dinge ausprobiert. Und Babys mit Rüschchen und Blümchen sind auch nicht falsch. Nur wollte ich für mich den Fokus anders setzen. Mich voll und ganz auf meinen kleinen Gast konzentrieren und nicht darauf welches Tuch, zu welchem Körbchen zu welchem Blümchen. Alles hat seine Zeit und diese Zeit war für mich vorüber. Und das war gut so – ich habe so unglaublich viel gelernt und mitgenommen. Für mich persönlich und für mein Business. Ich habe Workflows optimiert, Webseiten gebaut und wieder umgebaut, ich habe gelernt zu kalkulieren und effizient zu arbeiten. Und mir den Spaß an meiner Arbeit zu bewahren, obwohl es manchmal stressig, nervig, ätzend und was sonst noch alles war. Vor allem aber habe ich gelernt hinter mir selbst zu stehen und für mich einzustehen. Von keinem Prozess in meinem Leben habe ich mehr profitiert.

Was ich anders machen würde

Nichts. Ich glaube einfach gar nichts. Alles war gut so wie es war und absolut notwendig um mit meinem Weg und meinen Zielen ins Reine zu kommen. Und um diesen Weg überhaupt zu finden, bzw. wieder zu finden. Das alles waren wertvolle Erfahrungen, die ich keinesfalls missen möchte. Alles was ich gemacht habe, hat mich bereichert, allen voran meine Kunden und meine Lieblings-Fotografen-Kolleginnen, mit denen ich in regem Austausch stehe. Für all diese Menschen in meinem Leben bin ich dankbar – auch für diejenigen, mit denen es nicht einfach war, und zwar genau deshalb. Schwer zu erklären, ist aber so. Vielleicht weil sie mir geholfen haben zu wachsen.

Vermisse ich mein Studio?

Ja und nein. Sowohl mein Mann wie auch ich haben viel Herzblut, Arbeitskraft und nicht zuletzt Geld in das Projekt Studio gesteckt. Es hat mir zu einem professionellem Auftreten verholfen und mir Raum für viele Möglichkeiten geboten. Ich hatte durch die Studioräume die Chance vieles auszuprobieren, was man sich vorher und theoretisch so toll vorstellt. Einiges hat sich gut gemacht, anderes weniger. Es war für mich ein heimeliger Ort, für den ich viel positives Feedback insbesondere von meinen Kunden erhalten habe. Es war auch ein potentieller Ort für den Rückzug. Dennoch muss man sich manchmal auch von Lieb gewonnenem trennen. Nur weil man es mag, muss es eben nicht (mehr) das richtige sein. Oder noch viel schlimmer: weil es bequemer ist sich nicht zu trennen. Ein bisschen wie in einer Ehe. Ich möchte jetzt nicht behaupten die Beziehung zwischen mir und meinem Studio wäre gescheitert. Aber wenn man jemanden gern hat, lässt man ihm Freiraum. Jetzt werden die Räume regelmäßig genutzt und ich habe dadurch selbst an Freiheit gewonnen. Ich muss mir keine Gedanken mehr machen, ob ich im kommenden Jahr noch genauso liquid bin und ob ich dann auch noch meine Miete bezahlen kann. In der Tat schießen die Fotografen ja wie Pilze aus dem Boden. Ich bin tatsächlich sehr viel freier. Frei im Kopf und auch freier, was den finanziellen Druck betrifft. Ich habe mich damit aus einer Abhängigkeit befreit. Und FREIHEIT ist doch das Wertvollste, das man haben kann. Das höchste Gut. Und nein, es ist keine Schande einzugestehen, dass man gerade in einer Sackgasse steckt.

Die Zukunft

In Zukunft soll es genauso weiter gehen wie jetzt. Vermutlich werde ich immer irgendeinen Hauptjob haben, für den Kopf, für die Sicherheit und ich werde immer einen Teil selbstständig sein. Um mich zu verwirklichen, um kreativ sein zu können. Für mich ein perfekter Ausgleich. Aus arbeitstechnischer Sicht, wie auch für mich ganz persönlich. Ideen habe ich viele, die ich gerne noch umsetzen wollen würde. Daran mangelt es nicht, meine Listen sind ellenlang. Ich habe zig Ideen für Workshops, Shootings, neue Richtungen, Blogposts… und allem voran möchte ich gerne mehr an meinem Blog travel-life-experience.com arbeiten. Momentan ist er sehr Reiselastig, aber auch hier habe ich zig Ideen. Allein an der Zeit mangelt es im Augenblick. Nur eines brauche ich für all das definitiv nicht: ein Studio. Über mangelnde Aufträge kann ich mich auch völlig ohne Werbung nicht beklagen. Im Gegenteil. Und deshalb ist alles mal wieder gut genauso wie es ist. Und egal welche Entscheidungen Ihr für Euch gerade zu treffen habt – ich kann Euch nur raten auf Euer Herz und Euren Bauch zu hören. Denn nur was wirklich EUER Weg ist, wird Euch auch gelingen. Aber vergesst nicht, dass es manchmal auch Weggabelungen gibt, und der bequeme und ausgetrampelte Pfad nicht zwangsläufig der ist, der Euch zu Eurem Ziel führt. Manchmal muss man auch den holprigen, steinigen Weg gehen. Und manchmal verläuft man sich, aber sieht unterwegs auf dem Umweg eine Menge Dinge, die man auf dem direkten Weg niemals erlebt hätte und die einem helfen das wahre Ziel zu finden.

Grand Canyon Aussicht North Rim

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Sylvia

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